Die Ratte

Wie schon im Intro angedeutet, komme ich momentan nur ganz selten ans Wasser. Trotzdem kreisen meine Gedanken nahezu immer um`s fischen.


Ein knappes halbes Jahr ist es nun her, seit meinem ersten Bericht über die Jigstreamer. Ich habe in dieser Zeit viel gebunden, getüftelt, gefischt (als es noch länger hell war) und hab mir eine Serie von Jigstreamern gebunden, die jetzt sogar zum Verkauf steht. Darum soll`s in diesem Bericht aber nicht gehen. Sondern um eine ganz besondere Leidenschaft, die ich im Zuge der Jigstreamer für mich entdeckt habe: das Binden. Ich nenne es bewusst nicht Fliegenbinden, denn dazu gehört einiges mehr an Fingerspitzengefühl, Ausdauer und Feinmotorik als für meine Streamer. Seit einigen Wochen experimentiere ich für mich selbst an Streamern herum, die keinen Bleikopf haben und an Rigs wie dem T oder C-Rig gefischt werden, um sie trotzdem nicht mit der Fliegenrute werfen zu müssen. Das schwierige an diesem Unterfangen; ich könnte ja einfach einen normalen Streamer binden und ihn so fischen, will ich aber nicht. Ich will die charakteristische Optik meiner Streamer beibehalten und sie trotzdem Weightless binden, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Wie kams nun zu der Topwater Ratte?

Die Idee kam von meinem Kollegen Silvio und ich fand sie eigentlich ganz gut. Topwater Mäuse oder Frösche sind nichts neues, jedoch mag ich die Herausforderung sowas selbst zu binden. Sie sollte gigantisch werden.


Wie geht man sowas an?

Ehrlich gesagt: ich hatte keine Ahnung. Ich weiss auch jetzt noch nicht ob sie fangen wird, das wird sich dann im Frühjahr oder Sommer 2015 zeigen. Ich begann einfach mal mit 4 Beinen aus Draht. Diese umwickelte ich mit Fell. Danach wickelte ich den 12/0er VMC Haken mit Styropor ein. Das Teil soll ja schwimmen. Als erstes kommt immer der Schwanz dran. Danach habe ich den Körper mit einem etwas dunkleren Fell gebunden um ein wenig Kontrast zu schaffen. Zum Schluss noch den selber gemachten Holzkopf mit 3D Augen einbinden und dann Lackieren. Ich pinselte etwa 5 Schichten Lack drüber. Eigentlich sieht das Ergebnis des ersten Versuches gar nicht schlecht aus, aber seht selbst: