PB Barsch

Angenehme 23°C bis 28°C, jeden Abend Wärmegewitter oder mindestens einige Wolken. Seit ein paar Tagen ist das Wetter nun schon so. Erfahrungsgemäss ist die Ruhe vor dem Sturm fischereilich gesehen genau das Gegenteil. Zumindest bei uns am See. Die Mücken fliegen tief und die Friedfische versuchen einige davon zu erhaschen. Die Unachtsamkeit der Friedfische wird von den Raubfischen schamlos ausgenutzt. Fressen und gefressen werden. Nehmen wir als Angler in so einem Moment Einfluss und setzten uns als funktionierendes Glied dieser Nahrungskette ein, steht dem Erfolg nichts mehr im Weg.
Letzte Woche fragte mich unser Kumpel Chrigi ob wir nicht ein paar Würfe an unserem Hausgewässer tätigen können. Was wäre ich für ein Fischer wenn ich da nicht eingewilligt hätte. Kurz das Tackle zusammen gesucht und Chrigi abgeholt. Am See angekommen machten wir sofort unsere Ruten scharf und begannen die Köder richtung Seemitte zu pfeffern. Es dauerte nicht lange und wir fanden die Barsche. Einige schöne bis 30cm konnten wir landen, einige stiegen aus und andere produzierten Fehlbisse. Die Frequenz passte, die Grösse auch in Anbetracht des Gewässers. Wir durfen ca. 20min so fischen. Praktisch jeder Wurf ein Biss.
Auf einmal liessen die Bisse nach. Schön wars. Wir waren zufrieden. Wir wollten schon zusammenpacken und den Sonnenuntergang geniessen, als neben mir eine riesen Bugwelle kleine Friedfische plantschend vor sich her schob. 2m vom Land entfernt. Instinktiv warf ich meinen Köder einige Meter hinter den warscheinlich im selbem moment abdrehenden Raubfisch. Einmal angejigt, ein zweites Mal umd paaam. Biss. Anschlag sass und der Fisch hing. Der Drill began. Erbarmungslos riss der Fisch Schnur von der kleinen Rolle an der Minitelerute. Wir waren ja mit dem Motorrad unterwegs. Nicht das optimale Gerät aber an und für sich sollte es halten. Ich habe grosses Vetrauen in meine geflochtene von Climax. Sie hat mich noch nie im Stich gelassen. Dieses Mal auch nicht. Ich rechnete während dem Drill mit einem mittleren Hecht ab 60cm aufwärts. Als der Rücken des Fisches das erste mal nach oben kam, wirde ich eines Besseren belehrt. Ein wunderschöner Barsch hat sich meinen Chatterbait geschnappt. Sofort ging der Puls hoch. Ich hoffte keinen Fehler zu machen. Noch einige Fluchte  und der Fisch war ausgedrillt. Die Handlandung gelang perfekt aufs erste Mal. Was für ein Barsch! Chrigi kam herangeilt mit einem Massband und der Cam. 42cm hatte der Prachtskerl. Mein neuer Barsch PB. Kurze Fotosession und ab ins Wasser. So einen wichtigen Laichfisch darf man nicht entnehmen. Barsche in der Grösse geben gutes Erbmaterial weiter und sichern so den Fortbestand der Population. Überglücklich und voller Adrenalin warf ich noch mal aus. Wieder schepperte es in der Rute. Diesmal war es aber ganz klar ein Hechtchen. Geschätzte 50cm. Nach einem relativ unspektakulären Drill wurde er im Wasser ohne Foto und ohne Messen abghakt. Den Barsch konnte an dem Abend sowieso nichts übertrumpfen.
Wir genossen noh den Sonnenuntergang und machten uns dann auf den Heimweg. Ein sehr gelungener Abend mit einem tollen Kumpel