Eisfischen am Lake Koronis (Minnesota, USA)

Ich freute mich wie ein kleines Kind am Weihnachtsmorgen bevor es die Geschenke gibt als Jack
mir bescheid gab, dass das Fischerwochenende voller Männlichkeit fest steht. Es ist schon eine
Weile her, seit meine Fischerrute das letzte mal nass wurde. Endlich ging es mal wieder zum
Fischen. Kein gewöhnliches 0815 Fische-fangen, sondern mein Erstes mal Eisfischen.
Am Wochenende des 10 Januars fuhren wir in den Norden von Minnesota. Jack's Familie besitzt
eine wunderschöne Hütte am Lake Koronis wo wir auch gleich unsere Hauptquartier aufschlugen.
Mit von der Partie waren Jack und Peyton welche mit mir in Minneapolis Rugby spielten, sowie
Tricia und Blake. Das einzige was ich bis anhin übers Eisfischen wusste, war dass man sich wohl
besser warm anziehen sollte (kein Witz Jungs!). Am Abend gingen wir noch schnell den Plan für
den nächsten Tag durch: aufstehen um 8.00 Uhr und raus aufs Eis um 9.00 Uhr (Whiskey Kater
inklusive)
Also ging es am nächsten Tag pünktlich eine Stunde zu spät raus aufs Eis. Ich war von Kopf
bis Fuss in warmen Kleidern eingepackt und hatte mindestens vier Handwärmer ready. Aber
glaubt mir bei wunderschönem Sonnenschein und -22° Celsius (gefühlte -32° Celsius mit Wind)
braucht ihr die Handwärmer mit Bestimmtheit (ausser Ihr habt ein cooles warmes Eishaus).
Hier waren wir nun also, das trio Infernale -ja die Mädchen haben ausgeschlafen- zogen ihren
vollgepackten Schlitten übers 80cm dicke Eis. Ziel war es, 4-6 Meter tiefes Wasser zu finden und
die Fische auszumachen. Hierfür bohrten wir erstmals ein dutzend Löcher ins Eis und schauten
mit dem Fishfinder wie tief es ist. Als wir endlich die richtige Tiefe gefunden hatten packten wir
unsere kleinen Ice fishing Routen aus und versuchten unser Glück. Als Köder verwendeten wir
kleine Köderfische (lebend: ist in Amerika erlaubt). Nach rund 1h fanden wir endlich ein Loch
bei welchem wir endlich die gewünschten Bisse kriegten. Es vergingen nicht 10 Minuten an
diesem Loch, bis wir den ersten 20 cm Perch aus dem kleinen Loch zogen. Nun war also die
Stelle gefunden wo wir wohl den Rest unseres Tages verbringen werden. Da mein Hintern schon
langsam zu frieren anfing, bohrten wir 5 weitere Löcher in der Gegend und stellten unser Eiszelt
auf. Bis die Ladys auftauchten konnten wir mindestens 5 weitere Perch aus dem See ziehen. Die
Sonne stand hoch am Himmel und es war Arschkalt, aber was gibt es mehr amerikanisches als
eine Flasche guter Bourbon, Chewing Tobacco und Fischen? Richtig - nichts! Dass ist Freiheit pur
(bei minus 30°Celsius versteht sich)! Bis zur Dämmerung konnten wir 10 essbare Perch aus den
kleinen runden Löchern ziehen, welche uns ein wunderbares Abendmahl lieferten.
Für den nächsten Tag wollten wir auf was grösseres Fischen. Ich war ein wenig enttäuscht, als mir
Jack sagte, dass es an diesem See leider keine riesigen Muskies gäbe. So machten wir das beste
aus der Situation und gingen auf Northern jagt. Die Köderfische wurden grösser und wir suchten
seichtes Gewässer mit viel Seegras. Leider wollten am zweiten tag immer noch nur Perches
beissen und wir mussten uns mit einem weiteren guten Abendessen zufrieden geben.
Alles in allem war es ein eiskalter, wunderschöner und atemberaubender Fischausflug und ich
empfehle es jedem von euch mindestens einmal Eisfischen zu gehen. Meine Zeit hier im Norden
Amerikas ist leider schon vorbei. Aber ich werde sicher mal zurückkommen und mir meinen
Muskie aus einem der wunderschönen Seen hier in Minnesota holen. I'll be back.
Petri Heil
Nico